Seit Jahrtausenden ahnt man, dass Wein und Worte irgendwie zusammengehören. Was mit der Trilogie von Wein, Weib und Gesang in vorchristlicher Zeit begann, erfuhr mit Sex and Drugs and Rock'n'Roll eine leichte Modernisierung. Dabei ist es ist immer dasselbe: Psychoaktive Substanzen, sinnliche Freuden und lyrische Weisen spielen miteinander im Dreiklang.

Zwei der Sparingspartner wollen wir in den Ring schicken und loben einen Wettbewerb aus:  Wein und Worte.

  • Wir suchen Texte, die sich mit dem Thema Wein literarisch auseinandersetzen.
  • Das können Gedichte sein, Erzählungen, Aphorismen oder Kurzgeschichten.
  • Die Texte sollten vom Einsender selbst verfasst sein, also Eigengewächste darstellen.
  • Paraodien sind natürlich erlaubt ebenso Nachahmungen mit eigenem künsterlischen Input.
  • Als Sprache ist deutsch vorgesehen, die Teilnahme kann über den deutschsprachigen Raum auch hinausgehen. 
  • Der Umfang eines Beitrages sollte auf einer DinA4 Seite Platz haben, andereseits aber auch größer als 3 Zeichen sein.
  • Wir erwarten eine rege Teilnahme und möchten wöchentlich einen Preis in Form von Wein ausloben.

Ab 1 Dezember können Sie (selbst verfasste) Texte für den Wettbewerb einreichen.

Die ersten Einreichungn erreichten mich und sind voll des Lobes für Simon Wein. Die Oden an Josef gehen zwar runder wie Burgunder, gleichwoll steigen mir so handfeste Huldigungen noch mehr in die Birne als Sekt bei 40 Grad. Damit ich auf dem Boden bleibe, muss ich die Wettbewerbsbedinungen etwas (nach)schärfen. Die Einreichungen dürfen gern von Simon-Wein inspiriert sein, solten sich aber weniger um meine Person drehen. Überall sonst darf gern "der Mensch im Mittelpunkt" stehen. Bei mir sei es der Wein.

Ihre selbst verfassten Texte dürfen Sie weiterhin gern senden an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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Paul Eßer

Der Weinbauer sagt, er ernähre sich

von Lesefrüchten,

es sagt: Das tu ich auch,

der Literat,

und sagt nicht,

dass er sie gestohlen hat.

 

 

[eingereicht im Dez 2020 vom Torsten Esser für seinen verstorbenen Vater]

 

 

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Rolf Pekrone

Über den Reben

Wind Nord/Ost Rebzeile null drei
Bis hier hör' ich die Traktoren
In einer Linie ziehen sie vorbei
Und es dröhnt in meinen Ohren
Und der nasse Acker bebt
Wie ein Schleierstaub der Regen
Bis sie wenden und sie schweben
Den Trauben entgegen

Über den Reben
Muss die Feinheit wohl grenzenlos sein
Alle Weißen, alle Roten, sagt man
Werden darunter geborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich richtig und fein

Ich seh' ihnen noch lange nach
Seh' sie die Hügel erklimmen
Bis die Lichter nach und nach
Ganz im Regengrau verschwimmen
Meine Augen haben schon
Jenen winzigen Fendt verloren
Nur von fern klingt monoton
Das Summen der Traktoren

Unter den Reben
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Tierchen, alle Vögel, sagt man
Blieben darunter verborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint
Natürlich, richtig und fein

Dann ist alles still, ich geh'
Regen durchdringt meine Jacke
Niemand, niemand vermisst Kaffee
In der Rebhäuslebaracke
In den Flaschen wartet der Rosé
Schillernd wie ein Regenbogen
Gläser spiegeln sich darin
Mein Glas ist leer, ungelogen

Über den Reben
Muss die Feinheit wohl grenzenlos sein
Alle Weißen, alle Roten, sagt man
Werden darunter geborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich richtig und fein

Unter den Reben
Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Tierchen, alle Vögel, sagt man
Blieben darunter verborgen und dann
Würde, was uns groß und wichtig erscheint
Natürlich, richtig und fein

 

[eingereicht Nov 2020 / geschrieben 24.08.2020]

 

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Erich Bratan

Corona-Blues

Wie hart die Zeit auch werden mag
mit Lockdown und Kontaktverbot,
ich lasse mich nicht unterkriegen.
EIN Mittel hilft mir in der Not.

Ich steige in den Keller runter
und hol‘ ein Fläschchen Simon-Wein.
Nehm‘ die Gitarre schnell zur Hand 
und schenke mir ein Gläschen ein.

Ich spiel‘ den Tuniberger Blues
und spür‘, die Kehle wird mir trocken.
Ich schenk‘ mir noch ein Gläschen ein.
Das haut mich längst nicht aus den Socken.

Zwitscherli und Muskateller,
Lummbe Ziig liegt noch im Keller !


Ich spiel‘ den Blues in Dur und Moll.
Ich glaub‘, ich hab‘ noch viel zu tun.
Der Keller ist noch ziemlich voll !!
Vielleicht macht dieser Wein immun ??

Wieviel schöner wär‘ das Leben,
würd‘ es solch ‘nen Impfstoff geben !!

Weiter geht‘s, die Welt ist rund.
Grüß euch Gott und bleibt gesund!

 

[eingereicht 30 Nov 2020]

 

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Dr. Martin Klein

JS – der Mann, der Wein liebt und lebt


Es war einmal ein netter
und auch sehr adretter
Mensch mit kleiner Brille,
der nur selten stille
täglich sich um Wein besorgte
und ihn auch schon mal entkorkte.

Das tat er, wenn der Frühling blühte,
wenn der Sommer sich bemühte,
auch im Herbst war er ganz schnelle
immer an der rechten Stelle.
WEIN – das war sein Ding
an dem er ganz besonders hing.

Natürlich war er auch kein Blinder,
sondern auch ein Namensfinder.
Ob Zwitscherli, ob was mit Lumbbe´
immer nahm er einen Humpen
und schon lief der Reben Saft
gut auch für die Arbeitskraft.

Zwitscherli – kein Mahner,
sondern ein Rivaner.
„Kein Adler“ sagt der Winzer
und dabei da grinst er,
Trotzdem: auch ein rotes Kehlchen
schmeichelt oft dem Seelchen.

2019 Weißburgunder -
der wird auch noch runder.
Jung und unruhig sei er – gar nicht fade
pubertär und frech – das sei nicht schade.
So kann man es bei Simon lesen.
Das entspricht wohl seinem Wesen.

Womit ich am Ende wäre.
Hoffe Simons Biosphäre
bleibt so fein
wie auch sein Wein
denn, so steht´s auf meiner Liste,
kaufe ich noch manche Kiste.

Und was macht die Sache rund?
Bleiben Sie ja ganz gesund!
Sie und Ihre ganze Truppe,
ob Frau, ob Kinder und auch die Puppe.
Und auch keinen Ärger
wünschen Ihre Tuniberger…

 

[eingereicht 23 Dez 2020] 

 

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Rolf Pekrone

Entscheidungen können wahrlich schwer sein  

Neulich beim Metzger zum Beispiel
Das Lammfilet
Leicht ölig mariniert
Neben den Hühnerbeinen
Bleich und nackt

Die Rinderzunge
Die Ganze
Die Kuh at it‘s best
Ich träumte schon von der Madeirasauce
Andere träumen lieber von Madeira

Weihnachten ist ja irgendwie immer
Wenn man sie sieht
Die Gans
Ihre Keulen
Man meint, sie winkt mit ihnen verlockend durch das Glas

Also was jetzt ?
Doch lieber Fleischkäse ?
Und dann habe ich es wieder getan

Ich nahm die Maultaschen
Wie immer
Gefüllt  mit Brät, klassisch
Einfach nur wunderbar
Wo ist denn nur der Weißburgunder…?

 

[eingereicht im Dez 2020 / geschrieben 24.10.2020]

 

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Zusätzliche Informationen