Aktuelles & Veranstaltungen

 

Dialog am Feuer FR 1 Nov 2019 von 16-18h

Wie kann Landwirtschaft zu größerer Artenvielfalt beitragen? Was sollen wir lassen, was sollen wir tun?

Solche Fragen wollen wir beantworten bei einem Happening inmitten von Obstbäumen. Eingeladen sind alle, die sich für die Zukunft gesunder Nahrungserzeugung interessieren:

Verbraucher, Winzer, Befürworter des Volksbegehrenrs Pro Biene genauso wie Ablehner, Skeptiker, Absäger von Grünen Kreuzen, Landwirte, Weintrinker und die Presse. Es gibt ein Feuer, Wein und Gesprächsstoff unterm Rüstlingberg in FR-Tiengen.

  • Ort: 79112 Freiburg-Tiengen, Am Rüstlingberg, bzw. unterhalb = südlich vom Pferdhof Roland Lörch,
  • Beginn: 16h
  • Ende: 18h
  • Sonnen-Untergang: 18h30 (danach wird's un-übersichltich).

 

 

 

 

Wein-Info vom September 2019

Liebe Weinliebhaber,

Danke für die vielen positiven Rückmeldungen. Die Anregung, die Wein-Infos etwas knapper zu halten, versuche ich heut mal aufzugreifen. Ausführliche Erläuterungen könnt Ihr dann auf der Homepage nachlesen. Unter www.josef-simon-wein.de pack es pragmatischerweise vorerst mal unter den Punkt Veranstaltungen.

(1) aktuelles: Gold/Punkt/Neu/Geduld

  • Beim internationalen Pinot-Wettberb hat unser Pinot Noir 2016 -  Limited Edition - gestern die Auszeichnung "GOLD" erhalten.
    Zum Glück gibt's den Zwillingsbruder Pinot Noir 2016  bei uns - die Limited Edition ist nämlich schon ausverkauft und exclusiv erhätlich in der Schweiz bei http://invinoveritas.ch/

Links: https://www.mondial-des-pinots.com/de/#palmares Aus Deutschland haben es nur 6 Erzeuger zu Gold gebracht - 3 davon aus Baden....

  

  • Pinot Zero: Unseren weißen Spätburgunder Sekt bieten wir erstmals als Brut Nature Variante an: mit Null Süße, dafür mit enormem Trinkfluss
    Pinot Zero ist der knochen-trockene Nachfolger vom Pinot Brut. Mit diesem Sekt haben wir neulich 90 Punkte bei Meinigers SektAward bekommen.
  • Muskateller Beerenauslese: bin überrascht, wie aromatisch unser erste "richtiger" Süßwein geworden ist: Aromen von Holunderblüte, Mirabelle und Birnenkompott
  • Destillate: derzeit ausverkauft. Nach dem Herbst richte ich wieder: Muskateller und Sauvignon, Williams, Apfel und "Sekt" Brände. Hier braucht Ihr also noch etwas Geduld.

 [die Punkte 2-4 sind überspringen wir hier aus Platzgründen]

 

(6) Warum ich nicht  "bio" mache

Kurz-Version: Der Bio-Anbau kann gute Lösungen liefern - ist aber kein Allheilmittel. Für mich ist der derzeitige Bio-Weinbau unter dem Aspekt langristiger Nachhaltigkeit nicht vertretbar.

Long Version:

Der Bio-Weinbau hat viele gute Sachen entwickelt, die ich in meinem Betrieb adaptiere: Verzicht auf Herbizide (also keine Unkrautbekämpfungsmittel), Einsaaten zur Artenvielfalt (Wolff-Mischung), innovative Pflanzenschutzmittel (Backpulver und phosphorische Säure). Hier die Begründung, warum ich nicht (auf) bio mache:

Die Hauptfeinde im Weinbau sind Pilze: Peronospora und Oidium. Die brachte Columbus mitsamt der Reblaus aus Amerika nach Europa mit. Die europäische Reben hat in ihrer Evolution diese Pilze nie kennen gelernt und auch keine Resistenzen dagegen entwickelt. Wenn man die Europäer-Rebe den (ehemals) invasiven Schädlingen schutzlos überlässt, dann zerstören sie nicht nur die Trauben und Blätter, sondern die Rebe als ganze Pflanze. So wie die Reblaus, die den Europäischen Weinbau einst zum Erliegen brachte.

Jeder, der Ertrags-Weinbau mit den klassischen, etablieren Sorten betreibt, muss seine Reben gegen diese Pilze schützen. Der Überbegriff für Pflanzenschutzmittel heißt Pestizide. Pflanzenschutzmittel gegen Pilze nennt man Fungizide. Die braucht auch der Öko-Weinbau - und das Hauptmittel gegen Pilze ist dort: Kupfer. Im Bio-Weinbau versucht man, die Aufwandmenge so gering wie möglich zu halten und durch neue Formulierungen die Wirksamkeit zu erhöhen. Das ändert aber wenig an der Grundproblematik: Im Bio-Weinbau ist Kupfer im Öko-Weinbau (derzeit noch) unverzichtbar - denn "chemische" Fungizide verboten.

Pro Hektar und Jahr sind im Weinbau - egal ob bio, konventionell oder intergriert - 3 kg Rein-Kupfer erlaubt. Betreibt man 200 Jahre Weinbau mit 3 kg Kupfer pro Jahr kommt man also auf 600 kg Rein-Kuper pro Hektar. Regenwürmer und Boden-Bakterien sagen dann leise Servus, Tschüss, Adieu - das war's mit Weinbau. Ich setze kein Kupfer ein. Denn nicht nur in 200, sondern auch in 2.000 Jahren soll auf "unseren" Flächen noch Weinbau möglich sein. Zur Pilzbekämöpfung sind mir organische Fungizide lieber: Deren gezielte Wirksubstanzen "zerbröseln" nach einiger Zeit und werden wirkungslos. Das ist mir ganz recht so. Kupfer zerbröselt nicht.

Am Beispiel der phosphorischen Säure (Pestizid gegen Peronospora) lässt sich zeigen, wie hirnrissig die Bio-Logik manchmal ist: Solang die phosphorische Säure als reines Pflanzenstärkungsmittel galt, durfte sie im Bio-Weinbau eingesetzt werden - ein Wirkungsnachweis war hierfür nicht nötig. Nachdem jedoch amtlich festgestellt wurde, dass die phosphorische Säure tatsächlich gegen den Schädling Peronospora wirkt und eine Zulassung für den konventionallen Weinbau bekommen hat -  ist die Zulassung für den Bio-Weinbau futsch und das Mittel auf einmal "pfui".

Für viele Verbraucher ist "bio" ein unhinterfragtes Qualitätssigel, das immer "gut" ist. Ich fürchte, einem Großteil der deutschen Verbraucher wäre es am liebsten

  • alle Lebensmittel sollen bio sein
  • die Preise sollen für die Lebensmittel unverändert niedrig bleiben
  • wo die Lebesnmittel herkommen, ist egal.
  • die Nahrungsmittel Produktion verlagert sich ins Ausland
  • die deutschen Bauern werden durch Landschaftspfleger ersetzt

Meine Befürchtung ist:  für Nahrungsmittel wird es so kommen. Obwohl das Volksbegehrten Artenvielfalt "Rettet die Bienen" etwas ganz anderes möchte, steuern die Auswirkungen genauf auf diese Kosequenzen zu.

Ich kämpfe darum, dass dieses Szenario beim Wein so nicht passiert. Mein Produktions-Ansatz ist: pragmatische Nachhaltigkeit jenseits von Label-Grenzen.

Zum Abschluss noch ein Foto mit einem Nest aus unseren Reben.

 

 

 

 

 

Wettbewerb Juni/July 2019

Venus-Botschaften und Engels-Worte

Beim Nachdenken über Sonder-Etiketten inspirierte mich der Maler Emil Jacobs mit seiner Liegenden Venus und dem Engelchen. Wie man sieht, sind die beiden zwar ein ungleiches Paar - haben einander aber ganz schön was zu sagen... Was sagen Sie sich? Welcher Kurz-Dialog fällt Euch dazu ein?

 

 

Einge heiße Vorschläge sind schon eingetroffen: 

Nr. Venus Engelchen eingesandt von
11 Mir isch so heiß, mir rennt der Schweiß.... Mir wär ä Wii vum Josef lieber... 😉 A. Hess aus dem Breisgau
12 Nach getaner Arbeit...

Ich werd auch mal Sommelier!

J. Simon aus Tiengen
13
Warum in die Ferne schweifen...
 
...wenn der gute Wein so nah!
K. Wranek aus Freiburg
14 Wein oder Liebe? Eins nach dem anderen! J. Simon aus Tiengen
15
Der Wein muss rein
Warum auch nicht? Er ist ja fein.
M. Armbruster aus Opfingen
16
der Wein von Simon passt..
... zu jeder Zeit.
M. Armbruster aus Opfingen
17
Grillen, chillen...
Wein von J.S. Killen
M. Armbruster aus Opfingen
18
Engelchen, gib mir mehr!
ich hol noch Wein von Simon her
M. Armbruster aus Opfingen
19 Wow!
Miau
 J. Simon aus Tiengen
 20 Ach Gott issmir schlecht! Hättste den Wein vom Simon getrunken!  P. Frey aus Emmendingn
 21 Hey, du schießt ja gleich mit ZWEI Pfeilen! Spätburgunder oder Sauvignon? S. Frommer aus Tiengen

 

 

 

Nr. Venus Engelchen eingesandt von
1 TREUE kann Liebe sein UNTREUE auch F. Tschopp aus Bremen
2 Wein verleiht Flügel Hab ich schon  U. Haas aus Köln
3 Himmlischer Wein vom teuflichen Simon  U. Haas aus Köln
4 Mir ist langweilig Bewirb Dich doch als Weinkönigin  U. Haas aus Köln
5 Warum in die Ferne schweifen? Wenn das Gute liegt so nah!  J. Simon aus Tiengen
6 ich hab's drin ich hab's drauf  J. Simon aus Tiengen
7 Die Welt ist klein Der Durst ist groß  J. Simon aus Tiengen
8 Ich hab noch 14er Spätburgunder im Keller Oh, du Glückliche M. Schärli aus N-Rimsingen
9 Weiß oder Rot? Egal, Hauptsache J.S. U. Haas aus Köln
10 Liebe und Wein J.S. Muss es sein  U. Haas aus Köln
       
       
       

Was fällt Euch als Kurz-Dialog ein? Welche Sprüche lassen die beiden los? Der Dialog kann Bezug auf Wein nehmen, muss es aber nicht. Ob das Motiv später auf eine Sonder-Serie kommt, ist noch offen. Jetzt sollen Venus und Engelchen erstmal ein paar Worte miteinander wechseln. Was fällt Euch dazu ein? Das kann witzig sein, ernsthaft, tiefgründig, politisch, skurril oder komisch. Die Dialoge möchte ich auf dieser Seite veröffentlichen.

Bitte schickt Eure Vorschläge an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die 5 originellsten Einsendungern erhalten jeweils einen Karton Wein - mit dem Motiv von Venus und Engelchen.

 

 

 

 
Veranstaltungsübersicht 2019
 

 

 

 
SA 11 Mai 2019
Hoffest mit Weinpräsentation
 

Es war wieder soweit: am SA 11 Mai stieg wieder unser Frühjahrs-Hoffest mit Wein und Sekt und Grillrost-Zauber. Von 15 bis 18 Uhr konnte man unsere Weine probieren und kaufen, entspannt plaudern und angeregt diskutieren, Kleinigkeiten essen und ein bisschen die Welt retten: Think global - drink lokal.

  • die frisch gefüllten Weißweine des Jahrgangs 2018 präsentieren sich mit Kraft und Fülle
  • die 2018er könnt ihr vergleichen mit den Vor-Jahrgängen und Eure persönlichen Favoriten entdecken
  • Rotweine mit Stoff und Glut gibt's ebenso - die wärmenden Burgunder helfen uns locker über die angesagten 15 Grad mit Nieselregen hinweg
  • Wer trockene Weine mag - wird seinen Spaß haben. Wer Sekt liebt, kann's so richtig knallen lassen
  • Probieren kostet nix - wer lieber glasweise trinkt, kann das für kleines Geld
  • Ort und Zeit: Vogteistr. 15, 79112 Freiburg-Tiengen, SA 11 Mai 2019 von 15-18h

Wir freuen uns auf Euren Besuch!
Josef J. Simon & Familie

 
 
 

 

 
Simon-Wein Weltweit
(Wein-Foto-Wettbewerb 2018)
 
Wir ahnten es ja schon seit langem....
 
 
Dass es unsere Weine allerdings so weit bringen, zeigten uns erst die Fotos vom UrlaubsWeinWettberb.
 
Unser Grauburungder in Galtür/Schweiz von Nikola Mense aus Hamburg:
 
 
 
Unser Muskateller Sekit in Neuseeland/Raglan von Petra Hohenberger aus FR-Tiengen:
 
 
 
 
 

Unser Zwitscherli im Baskenland von Stefan Giese aus Freiburg:

 
 
 
Unser Weissburgunder an der Hafenpromenade in Hamburg St. Pauli von Volker Hübner aus Hamburg:
 
 
 
 Unser Rosé in Sempach, fotografiert von Familie Muri aus Schötz, Schweiz.
 
 

 Unser Rosé in Sempach, fotografiert von Familie Muri aus Schötz, Schweiz.

 

 
 
OB Wahl in Freiburg 2018 - Gewinner stehen schon fest.

Am 22. April 2018 findet die Wahl des Oberbürgermeisters statt. Wie am Ostersamstag aus zuverlässiger Quelle* zu erfahren war, steht - drei Wochen vor dem Bürgervotum - bereits fest, wer die Wahl gewinnt:

Alle Wahlberechtigten, die beim Wahllokal Simon den "richtigen" Kandidaten auf ihrem Smartphone vorzeigen, erhalten eine Flasche Wein gratis. Wer zwei Motive vorzeigt, erhält sogar zwei Flaschen als Wahlgeschenk.

Josef J. Simon, der hinter dieser Wahlkampf Aktion steht, ist überzeugt mit Leichtigkeit 11,5 Prozent zu erreichen und viele Jung- und Erstwähler zu mobilisieren. Spätestens nach der zweiten Flasche stellten auch skeptische Stamm- und Wechselwähler fest, dass Josef J. Simon *eine zuverlässige Quelle für Weine ist, die einfach doppelt Spaß machen.

Wer wählt, gewinnt: selbstverständlich Simøn!

Weinwahllokal Josef J. Simon, Vogteistr. 15, Freiburg-Tiengen.
Geöffnet (fast) immer samstags 11-12 Uhr oder auf gut Glück - anrufen hilft: 07664 -6116480
Weitere Details bei www.josef-simon-wein.de
 
 Am Samstag 5. Mai 2018 findet die Frühjahrs-Hofverkostung bei Josef J. Simon statt. Von 15-19h wird der Wahlsieg gefeiert.

 

 

 

 

Nachtrag (nach der Wahl): 

Wer sagt´s denn?

 

 

 

 

Trari-trara der Herbst ist da! (21.09.2017)

Kurz-Version: es gibt 2017 weniger Wein, dafür guten!

Das Foto zeigt am Spätburgunder: hier gibt es manchmal nur 4-5 Trauben pro Stock (12-15 Trauben wären normal). 

 

[Lange Version]: Schneller als gedacht - und wir denken schon schnell - ist 2017 der Herbst gekommen. Genaugenommen: die Weinernte. Bereits 95 Tage nach der Blüte, die am 1. Juno startete, holten wir am 4. September unsere Rivaner Trauben auf dem Kammertal.

Damit wir optimale Reifegrade selektieren können, setzen wir diese Jahr zu 100% auf Handlese. Bei der Alkokohl-Gradation erreichen wir eine schönes Spektrum: die jungen, frischen Weine werden leichte 11,5 Prozentchen haben (Cuvée und Rivaner), Sauvignon Blanc und Rosé dürften sich bei 12,5% einpendeln. Die Burgunder (Weiss und Grau) werden kraftvolle 13-13,5 Prozentpunkte erreichen. Unser "Größenvorteil": mit 4 Hektar sind wir so klein, dass wir die einzelnen Sorten immer genau zum richtigen Reifezeitpunkt ernten können. Das hilft uns auch bei den Bukett-Sorten (Muskateller und Sauvignon Blanc) die Trauben bei optimalen Aroma zu ernten.

Als äußerst positiv erwies sich unser Trauben-Design. Im Juli/August sezten wir die Schere ein und schnitten aus etlichen Burgunder-Trauben jeweils ein Drittel der Beeren heraus. Das half sehr gut, die kompakte Traubenstruktur aufzulockern, so dass die Trauben sich nicht abdrückten und länger gesund bleiben können.

 

Vom Dritteln der Trauben profitierten gerade die Sorten, die zu Kompaktheit neigen: Spätburgunder, Grauburgunder, Weissburgunder und Muskateller. Das folgende Bild zeigt zwei Muskateller Pracht-Expemplare, denen das Trauben-Design gut getan hat. Man sieht: die Trauben sind zwar gut gefüllt, quetschen sich aber nicht ab. Die wenigen faulen Beeren haben eine andere Ursache: Ameisen!

Und die waren 2017 für mich ganz besonders ärgerlich. Die kleinen tierischen Freunde finden die Trauben nämlich auch ganz toll, bohren kleine Löchlein in die Beeren und bedienen sich am zuckerreichen Inhalt. Leider führt diese Fraßtätigkeit zur Fäulnis von einzelnen Beeren. Bei der Wein-Ernte selektieren wir die faulen Beeren (mit ausgefeilter Schnitt-Technik) dann wieder mühsam heraus.

 

Unsere Herbster kommen aus der ganzen Welt. Für die Arbeit an abschüssigen Böschungen haben sich Schweizer bewährt (Berg Erfahrung).

  

In den Weiten der langen Reihen fühlen sich Brasilianer im Element (Pampa Erfahrung).

 

 

Und wo es gilt, penibel und genau zu arbeiten, kommen kecke Schwäbinnnen zum Einsatz.

Für die Vermittlung zwischen den Kulturen, für diffizile Übersetzungsarbeiten und vinophile Leertärigkeiten konnten wir einen erfahrenen Franko-Engländer gewinnen.

Nach getaner Arbeit gibt es für die Herbster immer was zu Essen - und jeweils von dem Wein, der gerade geerntet wurde. Hier ein Foto vom Rosé-Lesetag mit Kürbissuppe und internationalen Helfern. 

 

 

Zum Abschluss noch ein Foto von den sauber selektierten, bildschönen Muskateller Trauben.

 

Fazit: 2017 gibt es weniger - und wir machen das beste draus: tollen Wein, der richtig Spass macht!

 

 

 

 

 

Am Freitag 7. April 2017 war es wieder soweit: Die Temperatursumme zeigte den bevorstehenden Mottenflug des Traubenwicklers an. Deshalb strömten die Tiengener Winzer in die Reben, um der Motte den Kampf anzusagen. Die Waffen: Spaghettis! So nennen die Winzer die roten, rund 25 cm langen Kunststoff-Drähtchen, die sie am ganzen Tuniberg verteilen und mit einer Schlaufe um die Biegeruten schlingen.

(Bild: Heinz Schächtele)

Was zunächst esoterisch anmutet und an biodynamisches Kuhhorn-Vergraben erinnert, hat es in sich: Die Kunststoff-Drähtchen sind mit Sexual-Lockstoffen getränkt, mit sogenannten Pheromonen, und diese machen Männchen ziemlich heiss und wild. Denn die Pheromone signalisieren den Männchen über Duft: hier ist ein Super-Weibchen, das will wilden Sex und zwar sofort. Die Männchen des Traubenwickler lieben diesen Duft und folgen ihm. Weil allerdings die Winzer diese Pheromone überall im Rebberg verteilen - genaugenommen mindestens 510 Spaghettis pro Hektar - kann das Männchen sein Weibchen nicht finden. Es fliegt verwirrt durch den Rebberg, von Duftquelle zu Duftquelle und findet seine Gespielin nicht, die er doch überall riecht. Verwirr-Methode heisst diese biologische Bekämpfungsverfahren, das auch im integrierten Pflanzenschutz inzwischen seit Jahrzenten etabliert hat.

 

Die Tiengener Winzer wenden dieses Verfahren nun schon seit 30 Jahren an - mit großem Erfolg: Die Traubenwickler-Motte, die früher Ihre Eier in die Traubenbeeren abgelegt hatte und dadurch Sauerwurmbefall und Fäulnis auslöste, wird durch das Pheromon-Verfahren jedes Jahr auf's Neue in Schach gehalten.

 

In Tiengen erfolgt die Ausbringung der Pheromon-Spaghettis in einer gemeinschaftlichen Aktion. Dabei beteiligen sich neben den rund 20 Haupt- und Nebenerwerbs-Winzern glücklicherweise auch jedes Jahr 30-40 ehrenamtliche Helfer. Auf diese Weise lässt sich die gesamte Tiengener Rebfläche von rund 100 Hektar innerhalb von 3-4 Stunden mit Pheromon-Dispensern bestücken. Das klappt ganz gut und macht in der großen Truppe jede Menge Spass. Für den Traubenwickler sind die Tiengener Winzer und ihre ehrenamtlichen Helfer echte Sex-Killer. Dass sie dem lustvollen Genuss eigentlich sehr zugewandt sind und das irdische Dasein mit seinen Gaumen- und Zungenfreuden eher genießen als bekämpfen wollen, beweisen die Tiengener spätestens beim gemeinsamen Vesper. Denn das gibt es jedes Mal - nach getaner Arbeit.

 

 

Die nachfolgenden Fotos geben einige Einblicke in die konzertierte Aktion der Pheromongemeinschaft Freiburg-Tiengen vom 7. April 2017

 

 

 

 

(Bild: Heinz Schächtele)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusätzliche Informationen