Vertikal-Probe am SA 23 Okt 2021

12 Spätburgunder und Pinot Noirs

Wer in der Nähe wohnt, hat Glück: Demänchst veranstalten wir eine Probe mit 12 Spätburgunder und Pinot Noirs, die sich über 6 Jahrgänge erstreckt. Wie sich das Typische eines Jahrgangs im Wein widerspiegelt, wird eine interessante Erfahrung sein. Wir starten um 20h bei uns auf dem Hof und dürften gegen 22h bei der letzten Probe angelangt sein. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Kostenbeitrag 20 Euro.  Wer teilnehmen möchte, am besten flugs anmelden.

 

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Josef J. SIMON, Wein
Vogteistrasse 15 
D-79112 Freiburg-Tiengen

www.josef-simon-wein.de 
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tel +49(0)7664 5771 

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LebensZeichen

Musik in Zeiten der Krise. Das Freiburger Akkordeon Orchester, unter der Leitung von Volker Rausenberger, will ein Zeichen setzen, nach Innen und nach Außen. Gemeinsam mit dem wundervollen Freiburger Cellisten Philipp Schiemenz erklingt in verschiedenen Besetzungen Musik von u.a. Piazzolla, Ginastera, Rameau und Bruch. Ein Programm voller Lebensfreude mit Musik, die Hoffnung geben soll, hartnäckig weiter zu gehen, nicht zu verharren und Mut geben soll, nachdenklich zu sein und dennoch hoffnungsvoll zu bleiben. Musik als Antwort auf das Bedürfnis nach Trost, Hoffnung und Zuversicht. Musik als Kraftquelle des Menschseins. Musik als Zeichen des Lebens.

Siehe auch Quelle: http://www.efac.de/

 

 

29.07.2021 "Generalprobe mit Wein"
Weingut Josef Simon, Vogteistr.15, 79112 Freiburg-Tiengen
Beginn 20 Uhr, Ende 21:30 Uhr
Kosten-Beitrag 10 EUR 

Reservierung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 07664 5771
Die 30 Plätze sind ab 28.07. bereits alle vergeben. 

 

Generalprobe mit Wein. Am DO 29 July setzt das Freiburger Akkordeon Orchester ein (Lebens)Zeichen des Aufbruchs und probt: in der offenen Scheune [= im Freien] bei Josef J. Simon, Vogteistr. 15, FR-Tiengen von 20:00 - 21:30h.  Zu einer ordentlichen Probe gehört Wein: 5 Weine, die vor Leben sprühen, gibt es in kleinen Pausen zu probieren & hinterher zu kaufen. Zuhörer und Mitverkoster sind willlkommen (max 30) Kostenbeitrag: 10 EUR, Kinder frei (bei Regen oder Sonnenschein). Zur Organsation ist eine Anmeldung per Email nötig an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (alternativ telefonisch 07664 5771). Bitte dabei Name, Adresse, Tel.Nr. und Status angeben, also ob geimpft, genesen oder getestet. Details bei www.josef-simon-wein.de

 

 

Corona Wein-Logbuch

Jetzt haben wir Zeit. Jetzt sind wir daheim. Viel und oft. Wir machen das Beste draus und genießen Wein. In der Corona Zeit beschreibe ich in loser Folge unsere Weine (täglich schaff ich's nicht).

Corona nervt, bremst aus und zwingt uns zu Verhaltensänderungen. Wir können uns heute schon mal vorstellen, wie wir uns 10 Jahren an 2020 erinnern werden. Was uns jetzt aufregt, nervt und in Rage bringt, werden wir mit etwas Abstand (hoffentlich) als vorübergehende Episode erinnern. Interessant finde ich die Erfahrung: auf einmal tut und lässt man Dinge, wo man zuvor gedacht hätte, dass geht doch gar nicht. Dass individuelles und kollektives Verhalten doch so variabel ist, finde ich phänomenal. Wow, da geht was! Im Grunde zwingt uns Corona, unsere eigenen Fähigkeiten wahrzunehmen. Wenn es einem gelingt, nicht nur den (äußeren) Veränderungszwang, sondern auch die (innere) Veränderungsmöglichkeit wahrzunehmen, kann man sich freuen.

Freuen können wir uns jetzt auf das Wein Probieren. Hier sind einige Proben-Berichte zusammengestellt.

 

Spätburgunder 2013 (DO 5 Nov 2020): Wein ist Welt

Johanissbeere, Kaffeepulver und schwarze Oliven. In der Nase zeigt sich der Spätburgunder erstmal relativ verschlossen. Heute holte ich den 2013er aus unserem Weinlager, 15 Grad hat's dort,  ideal zum Lagern. Zum Trinken leider noch etwas kalt. Brrrr. Ob da noch was kommt? Farblich zeig der 2013 ein tiefdunkles Rot - für einen siebjährigen schonmal ganz gut, denn leichte Bräunungen könnt man in dem Alter schon erwarten. .

Vor einem Jahr attestierte ich ihm noch zurückhaltende Verschlossenheit, die für einen Spätburgunder eigentlich ganz typisch ist. Anstatt alle Reize zu zeigen, gibt sich die Diva erstmal zugeköpft und etwas zickig. Liebenswürdige Kratzbürstigkeit war damals noch das geschmeidigste Urteil, das ich diesem unzugänglichen Wein um die Ohren haute: Der wir schon nochmal sehen, was er davon hat...

Dabei ist die zurückhaltende Introvertiertheit gar nicht so verwunderlich, wenn man sich das Jahr nochmal genauer anschaut. 2013 war eher schwierig. Die Blüte war spät, so dass die Trauben den September noch zur Reife brauchten. In diesem Monat kamen dann große Niederschlagsmengen, die zu einer raschen Botrytis-Fäulnis führte. Die Trauben waren noch gar nicht richtig durchgereift. Trotzdem mussten wir die Trauben herbsten. Der Ertrag war mit 60 kg/ar verdammt niedrig. Und die wenigen Trauben wollten wir nicht auch noch an die Fäunis verlieren. So kam es, dass wir die Spätburgunder Trauben erst am 16 Oktober mit "nur" 88 Oechsle ernteten.

In 2013 der Ertrag fanden alle unsere Spätburgunder in wiederbelegten Barriques Platz. Weil in den Fässern zuvor schon einmal Wein war, geben diese nur noch wenige Holzaromen in eher dezenten Dosen an den Wein ab. Für die Spätburgunder Linie passt das ganz genau...

... und während wir an das Wetter des Jahres 2013 denken, öffnet sich der Wein langsam Stück für Stück...

Inzwischen gibt der Wein beerige Aromen frei, zeigt zartes Zedernholz und fruchtige Pflaume. Es ist alles sehr dezent, das Trinkgefühl ist noch immer leicht unterkühlt und im Abgang deutet sich ein leichtes Pfefferl an.

Vom Öffnen bis jetzt ist (erst) eine Stunde vergangen. Ich geb dem Spätburgunder 13 noch ein bisschen Zeit und Temperatur - und berichte später weiter zu den sinnlichen Eindrücken, die er vermittelt.

Dann möchte ich auch meine These noch ein bisschen untermautern, dass Wein Welt ist.

[Also bis später... 2 Stunden später: Der braucht noch... er hat an Wärme und Geschmeidigkeit gewonnen - der 2013er kann aber noch mehr Luft vertragen....]

Was passiert überhaupt, wenn wir Wein trinken? Wir haben ein Getränk vor uns, das zugleich Natur- und Kultur-Produkt ist. Im Unterschied zu den meisten anderen Getränken, nimmt Wein die jahrgangstypischen Unterschiede in sich auf. Wein speichert diese in einer sinnlich wahrnehmbaren Form. Ob das Jahr früh oder spät, feucht oder trocken, kühl oder heiß war - das alles lässt sich im Wein wieder schmecken. Nicht unbedingt in einer 1:1 Relation, die einen eineindeutigen Rückschluss von jeweils unabhängier Variabele auf die abhängige Variable(n) Geschmack zuließe. Aber so, dass man merkt: diesen Wein gibt es so - in dieser Form - nur in diesem Jahr. Er ist einmailig, wenn man es zulässt, und das jedes Jahr aufs Neue.

Wein ist aber nicht "bloss" eiin Naturprodukt, sondern auch ein Kulturprodukt. Der Weinkritiker Stuart Pigott brachte das in einem Interview ganz schön zum Ausdruck: Es gibt keinen Wein, der ohne menschliches Zutun wächst und sich selbst in Flaschen abfüllt. Die Sehnsucht einen "ganz natürlichen" Wein zu haben, befriedigt bestimmt tiefer liegende und weit verbreitete Bedürfnisse nach Romantik und Eskapismus. So lässt sich der Boom um Natural Wines ein Stück weit erklären: Man bestellt sich via Smartphone ein Pret Nat vom biodynamsichen Winzer und glaubt, dass der Wein frei von allem sei, was nicht Natur ist -  und man selber vielleicht auch. Doch selbst, wenn man den Kultur-Anteil beim Wein leugnet, wird ein jeder feststellen müssen: Ich bin nich Wein. Am Anfang ist das so - später kann sich das ändern. Aber worauf ich hinaus möchte, ist die Tasache: Wer Wein trinkt, nimmt etwas (das er nicht selber ist) in sich auf. Der Weintrinker tritt damit in Beziehung zur Welt. Das, was er in sich aufnimmt, ist Welt.

Im Wein bündeln sich (natürliche) Einflüsse von Wetter, Boden, Lage und Klima mit (kulturellen) Einflüssen von strukturellen und strategischen Auswahlentscheidungen, Anbaumethoden und kellerwirtschaftlichen Maßnahmen. Eingebunden ist die ganze Chose natürlich auch noch von kulturellen Gegebenheiten. Wer mag und Spaß daran hat, kann all diese Einflüsse, die den Wein zu dem gemacht haben, der er ist, wieder dechiffrieren. Darin kann ein großer Reiz liegen.

Das ist vielleicht vergleichbar mit dem Betrachten eines Kunstwerkes, mit dem Hören eines Musikstückes oder mit dem Besuch eine Theaters. Das alles machen wir auch mal wieder. Mit diesen philosophischen Überlegungen mach ich auch mal wieder weiter. Nur jetzt muss ich ins Körbchen - also ins Bett.

 

 

Spätburgunder 2016 (verkostet SA 12 Dez 2020)

Frucht und Holz und tralala. Was fällt mir nicht alles ein an blumigen Um- und Be-Schreibungen, um unsere Weine zu charakterisieren? Mit dem Spätburgunder aus 2016 begnet mir nun einer, der es mir nicht einfach macht - und der meinen Ansatz insgesamt in Frage stellt. Frucht? Fehlanzeige. Noch nix da. Holz? Hä? Holz? Hallo, Haaaaallloo? Ist da jemand?

Der 16er Spätburgunder macht nicht mit bei diesem Spiel. Warum?

Er verweigert sich - hat keine Lust. Vielleicht ist er zu jung, noch zu verschlossen, braucht noch Zeit, um sich so richtig zu entfalten. Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Mir fällt aber etwas auf, das mir diesen Wein lieb macht: Er schmeckt nach Wein. Nicht nach Frucht, nicht nach Holz. In aller erster Linie nach Wein. Ganz schnörkellos, ganz simpel und doch so bestechend in seiner Schlichtheit, dass es schon wieder Größe hat.

 

 

Traubenbrand vom Weißburgunder (verkostet SO 6 Dez 2020)

Bei diesen winterlichen Temperaturen kann man auch mal etwas trinken, dass von innen wärmt. Der Traubenbrand vom Weißburgunder ist ein Kandidat, der dazu in Frage kommt. Mit über 40 Umdrehungen hat er ordentlich Pfiff. Das riecht man auch gleich, wenn man an ihm schnuppert. Es deutet sich aber noch etwas anderes an, das ganz bezaubernd ist: ein leises Marzipan-Aroma. Das ist so sanft und zart, so süßlich-mandelig, hmmmmh.

Erst hab ich mich ein Bisschen gewundert - wo kommt das her? Wenn ich aber an den Wein vom Weißburgunder denke, dann wird mir das Marzipan Aroma plausibel. Der hat nämlich (bei meinen Weinen) auch oft einen kleinen Hauch von Mandel, einen leichten Anflug von Walnuss - sprich: eine ganz ganz leise Bitterkeit. Beim Wein hatte ich zu diesem Phänomen das erste Mal Kontakt in Hamburg. Damals jobbte ich in einer italienischen Weinhanldung, www.herr-rossi.de, und der Inhaber Gunnar Alferink erklärte mir beim Soave: Da ist die (leichte) Bitterkeit ganz normal bzw. sogar ein (kleines) Qualitätsmerkmal, anhand dessen man den typischen Geschmack erkennen kann.

In den nächsten Tagen fülle ich mal wieder einige Fläschen von dem Traubenbrand ab. Der ist vom Jahrgang 2016 und inzwischen etwas weicher geworden. Das 0,5 ltr Fläschchen gibt es dann für 15 Euro ab Hof. Die Brände stelle ich nicht zur Abholung bereit (ist zu gefährlich - wegen der Kindern - die nehmen das gern als Parfum) deshalb am besten vorher anrufen. Tel. 07664-5771.

 

 

Muskateller 2019 trocken (verkostet FR 27 Nov 2020)

In der Nase gibt sich der Wein zunächst etwas unspezifisch. Ich kann etwas süßlich Anmutendes riechen, es aber anfangs nicht genau bestimmen. Wenn er ein bisschen Luft bekommen hat, kommt reifer Apfel hinzu, Zwetschge [ganz verwunderlich] sowie etwas ölig Nussiges, das lustigerweise an Litschi erinnert.

Im Geschmack wiederholt sich der etwas unspezifische erste Eindruck wieder. Birne trifft die Fruchtaromen noch am besten. Dann kommt eine gewisse Strenge und Straffheit und ein Geschmackseindruck, der an die Süße erinnert, die man in der Nase gerochen hat.

Wenn man schon ein bisschen probiert und den Wein geöffnet hat, kommt in der Nase auch noch ein Hauch Anis dazu. 

Lustig, oder?

Mit der Beschreibung müh ich mich ab, die treffenden Worte zu finden - das Trinken fällt so leicht. Überhaupt wiederholt sich bei diesem Wein die ungerechte Asymmetrie des Weingenuss': Hat man Durst, sieht es kein Mensch. Hat man ordentlich Durst gehabt , sieht es jeder. 

Dieser Muskateller ist auch so ein Kandidat, der zum Trinken animiert. Mit 13,5 Prozent hat er schon einen ordentlichen alkoholischen Bumms. Aber den merkt man gar nicht so. Überhaupt fällt der 2019er relativ dezent aus - mit weniger sortenypischer Eigenwilligkeit und Lautstärke. Es ist der erste Jahrgang, bei dem ich mich so sogar trauen würde, ihn zum Fisch zu servieren.

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Bei diesem Wein schreib ich's mal dazu, dass er trocken ist. Denn für einen Muskateller ist das schon eher ungewöhnlich. Meist wird aus dieser Sorte ein Weinfest-Wein gemacht, der fein-herb bis lieblich ausfällt. Den trinkt man dann auf einem Weinfest - nach einem Fingerhut ist man satt von der klebrigen Süße - und dann reicht es wieder ein Jahr lang.

Nicht so bei uns! Bei uns sind auch solche Weine trocken, von denen man das gar nicht erwarten würde. Also auch Muskateller. Ich mag nur gesunde Trauben verarbeiten. Beim Muskateller ist das etwas schwierig. Weil seine Beeren so groß werden, fangen die in der Reife an, sich gegenseitig abzuquetschen. Aus diesem Grund holen wir dir Trauben oft schon, wenn Sie 80 bis 85 Oechsle erreicht haben. Dann ist die würzige Frische der Trauben noch erhalten und die Weine bekommen kräutrige und minzige Noten. Das war von 2012 bis 2017 so: Wir hatten relativ leichte, alkoholarme Weine mit einem super intensiven Muskateller-Geschmack, der mit seinem Holundeblüten-Bogen und glöckchenklarer Kristallinität manchmal mehr an knackige Sauvignon Blancs erinnerte als an die besagten Weinfest-Weine. 

Im Jahr 2019 arbeitete ich ganz intensiv an der Traubenstruktur. In den meisten Sorten schafften wir es, das Traubengewicht zu halbieren. In den Muskateller sind Gewichte von 300 Gramm üblich - durch kombinierte Ausdünnungsmaßnahmen schafften wir ein Durchschnittsgewicht von 190 Gramm. Das führte in den heißen Sommer 2019 zu einer wahnsinnig rasanten Reife. Als wir die Muskateller am 19 Sept ernteten, hatten sie bereits 98 Oechsle. Schön, dass wir auch mal so einen reifen Jahrgang eingefahren haben. In 2021 möchte ich aber gern wieder zur minzigen Frische zurück kehren. Mal schauen, ob das Jahr und Wetter dabei mitspielen.

 

 

Holzweg 2015 (DI 17 Nov 2020)

Brauche Wein, Weinlager,  13 Grad. Rotwein geholt. Holzweg 2015, ohne Etikett, ohne Jacker Brrrrrrrr.
Heut noch Logbuch, steht an - Report, muss schnell gehen. Also Trick. Koche Wasser, fülle Tasse halber auf. Tasse warm, Wasser raus, Wein rein. 30 Sekunden, das reicht...

In der Nase zeigt sich: wenig. Das ist normal, wenn man etwas übers Knie brechen will. Im Geschmack: Kirsche, präsent. Begleitet von Marzipan und Mandel. Schwebende Seidigkeit. Enorme Frische.

Eindruck gestanzt. Muss reichen. Für Dienstag Abend.

Holzweg 2015 = Spätburgunder/Pinot Noir, limitierte Auflage mit 150 Flaschen, cuvetiert aus Erst- und Zweit-Belegungen. "Etikett" = Handschrift des Winzers. Preis ab Hof 29 Euro.

 

Musakteller 2017 -  SO 15 NOV 2020

Auch so ein Kandidat, der nun dringend getrunken gehört - solang er noch Spass macht. Neulich bot ich einem Weinhändler in der Schweiz an, alle 2017er Muskatteller zurückzunehmen, weil ich inzwischen Reife-Tendenzen festgestelle. Der Helvtier wollte davon nicht wissen. "Der isch doch tiptopp", meinte er.
Nach meiner Einschätzung sollte der 2017er spätestens JETZT getrunken werden. An diesem Wochenende hatte ich mit einem Winzerfreund eine kleine Verkostung - unter anderem mit 6 Muskatellern aus 3 Jahrgängen. Dabei mussten wir übereinstimmend feststellen - gar nicht so einfach, aus dieser Sorte einen Wein genau so zu machen, wir wir das wünschen: 1. trocken, also durchgeroren 2. fruchtig, aber nicht kitschig 3. haltbar.

Unser 2012 Musakteller entlockte einer Hannover Weinhändlerin vor 2 Wochen das Lob: "gerade einen 2012er Muskateller von dir zum veganen indischen Curry genossen, der absolut großartig gepasst hat und richtig lecker war!"

Dem 2017er wird so ein spätes Lob im 8. Jahr wohl nicht zuteil werden. Der 2017er war toll bis im Sommer 2020. Je nach Lagerung gibt es nun aber einzelne Flaschen, die ganz flott abbauen. Wer frischen Spaß haben möchte, dem Legen wir den 2019er ans Herz. Besprochen wird der auch. Demnächst in diesem Theater.

 

 

 

Grauburgunder 2016 und 2019 - DO 12 und FR 13 Nov 2020:

An diesen zwei Jahrgängen lässt sich das Phänomen Reife wunderbar beleuchten. Der 2019 ist noch ein ganz unruhiger, nervöser Geselle, der im Drei-Eck rum-springt wie ein pubertierender Pumuckl auf Koks. Er vibriert quasi vor Lebendigkeit und Unruhe. Die Aromen von Herbstlaub, Tannenhonig, Apfel und Vanille haben alle noch nicht so richtig zusammen gefunden. Der Wein ist noch in einer herrlichen Unruhe, was ihn auch interessant und ungemein lebendig macht. 

Der 2016er ist das glatte Gegenteil. Er verkörpert eine unendliche Ruhe und Gelassenheit. Der stahlt aus: er muss nichts erkämpfen, nichts beweisen. Alles ist gut, wie es ist. Man muss nur genießen. Ach was - noch nicht mal das muss man. Mann muss gar nix. Man kann, wenn man mag. Der 2016er hilft dabei - beim Genießen. Erstaunlich: Obwohl man im Geschmack eine eine gewisse alkoholische Stärke und Strenge erspürt, kommt einem dieser gereifte Wein eher wie ein gutmütiger Onkel vor.

Soviel zur Charakterisierung. Wer die beiden Gesellen probieren möchte, sollte Gas geben. Für die restlichen 2016er Flaschen interessiert sich ein Gastronom. Der kauft in den nächsten Tagen vielleicht alle auf. Naja, dann isses ja auch für einen guten Zweck. 

 

 

Rivaner 2015  - MI 12 Nov 2020:

Bekanntlich gilt die alte Weisheit: Gut Ding braucht Weine - aber sofort! Manchmal ist ein >Jetzt aber flott< genau die richtige Ansage. So auch hier.

Zwischendurch hatte ich den Rivaner aus 2015 jahrelange vergessen und erst neulich wieder entdeckt. Da war ich ganz verzaubert, wie schön sich der Wein weiter entwickelt hatte. Aus dem jungen Hüpfer, der vor unbeschwerter Leichtigkeit strotzte, war ein ruhiger respektabler Wein geworden, der in seiner Aromatik an Riesling erinnert. In der Nase lieferte er Noten nach weißem Weinbergspfirsich zart verwoben mit einer leichten Kräutrigkeit. Im Geschmack zeigte sich die Reife in einer abgerundeten Geschmeidigkeit. Da kann man schon noch Spaß mit haben - nicht mehr weitere 5 Jahre - aber doch noch so, dass man Freude an dem Wein hat, wenn man mit Reife umzugehen weiß.

Heute probiere ich den Wein erneut und darf frei nach Rilke sagen:
Herr, es ist Zeit!
Gib ihm zum Trinken noch 12 Wochen
und danach gehts ab direkt zum Kochen.

Er macht schon noch Spaß - und das soll er auch. Damit er das tut, gilt für ihn jetzt das Motto: Gut Ding braucht Weine - aber sofort!

 

 

Pinot Noir 2015  - DI 11 Nov 2020:

Herrenschokolade in der Nase mit einem Hauch Vanille. Dann kommen kräutrige Aromen von Nelke und Lorbeer. Was sich in der Nase andeutet, folgt auch auf der Zunge: ein würziger Fruchtkompott aus Sauerkirsch, Brombeer und schwarzer Johannisbeere. Das erstbelegte Barrique liefert eine ganz zarte Zedernholz Schärfe, ist ansonsten aber gut eingebunden. So kann man Fastelovend ruhig angehen lassen. Rheinischer Karnevall am Oberrhein. Elfder-Elfder ohne Rumm Tata. Dass isch dass nooch erläwe daarf!

 

 

Grauburgunder 2018 - DI Nov 2020:

Draußen nebelt der November alles Leben in ein blasses Grau. Die ersten Kerzen künden von zündelnden Kindern und auch davon, dass offensichtlich jemand da ist, der das "offene Licht" bewacht. Das ist kein Wicht - wir sind's in Corona Zeiten. Wir geben jetzt selbst auf uns acht und schauen, dass es uns gut geht. Wenn alles ein bisschen trübe ist, wirkt ein kräftiger Wein umso strahlender.

Mir fällt der Grauburgunder aus 2018 ein. Heiß war's im Sommer und trocken. Herbstbeginnn bei uns am 27 August. Wahnsinn. Grauburgunderlese am 5 September - quasi als Notbremse: ich will doch keine 100 Oechsle...

Jetzt ist er im Glas - mit dunklem Gelb. Man sieht schon an der Farbe und an den Kirchenfenstern: das war ein "reifes" Jahr. In der Nase gesellt sich zu Herbstlaub, Apfel und Waldhonig ein kleiner Hauch Vanille. Absicht - das kommt davon, wenn man einen Teil des Weines ins Barrique legt. Das steht ihm ganz gut und gibt als "Kuss vom Holz" dem alkohol-starken Wein einen zusätzlichen Ticken Komplexität. So passt er auch zu kräftigen Speisen, bei dem andere Weine glatt einknicken würden, wie z.B. Kalbshaxen oder Gänsebraten. Vermutlich klappt's auch mit Fasan. Ich zieh die Gummistiefel an und schultere meine Flinte... das finden wir raus.

 

 

 

Muskateller Sekt Extra Brut - SO 8 Nov 2020:

Der neue Eichelmann feiert unseren Muskateller Sekt als "eine neue Dimension des Almdudler":  sehr elegant und schlank und frisch findet ihn der Weinführer von 2021. Was für eine Frechheit, die perlend edle Alpenbrause mit unserem moussierenden Muskatgesöff zu vergleichen!

In 2020 hab ich mich getraut, die Sekte noch "trockener" bleiben zu lassen. Beim Wein lassen wir ja ohnehin das meiste durchgären bis nix mehr geht. Beim Sekt traute ich mich noch nicht so ganz. Bisher kamen wir beim Sekt zwar mit ganz wenige Süße aus und lagen meist im Extra Brut Bereich. Doch nun haben es gewagt, auch Sekt ganz ohne Zugabe von Süße zu belassen. Und damit fahren wir gut. Das gibt dem Zweitvergorenen zwar eine gewisse Härte, weil er ganz ohne einschmeichelnde Süße auskommen muss. Dem Sekt gibt das aber einen enorm einladenden Trinkfluss, der zum Weitertrinken animiert.

Der Muskateller startet in der Nase mit ordentlich Duft. Im Geschmack ist er dann anregend und zeigt eine gewisse "Straffheit".

 

Sauvignon Blanc 2018 (SA 7 Nov 2020): Wein ist Welt

2018 ist ein Jahrgang, den ich "persönlich" weniger mag: abgerundet, glatt und in der Menge riesengroß. Sorten, die ich gern grasig-frisch bis knackig-bissig habe und die richtige "Kante" zeigen sollen, gerieren sich in 2018 als leicht behäbige "Chiller", die alles erstmal ganz ruhig und geschmeidig angehen lassen. So auch der Sauvi 2018.

In der Nase liefert er Aromen von reifen Kiwi. Im Geschmack füllige Frische, die gar nicht weh tut. Im Abgang, der sonst vor Zitrus und Grapefruit Aromen nur so strotzt, bingt der 2018er eine gefällige Lemon-Note. Na, wenn ich mich erstmal an dieses reife Früchtchen ran getrunken habe, dann isses auch gar nicht mehr so schlimm. Auch so kann man einverstanden sein mit der Welt - oder sich einverstanden machen: Erstmal motzen und Dampf ablassen. Dann nochmal genau "schauen" - beim Wein: schmecken und riechen. Und schon stellt man fest: Mit der Beochtung des Objektes verändert sich auch das Objekt - zumindest in der Wahrnehmung.

Bis zu Heisenbergs Unschärfe wollen wir uns gar nicht vortrinken. Spätestens bei Schrödingers Katze machen wir halt, nehmen nochmal einen schönen Schluck und konstatieren - is alles gar nicht so schlimm. Nö, nö, is schon okö, der Sauvigon Blanc 2018.

 

 

 

Muskateller Tresterbrand 2016 (FR 6 Nov 2020): Wein ist Welt &  Schnaps ist Schnaps

Der erste Eindruck in der Nase ist: süßlicher Rosendurft. Nicht ganz so blumig und floral wie eine echte Rose, aber doch konzentriert und vergeistigt. Eine gute Qualität bei Hochprozentigem erkennt man daran, dass der Brand gar nicht brennt. Der Muskateller Tresterbrand geht runter wie Öl. Da ist eine Wärme und man spürt den Pfiff - aber keine brandige Schärfe.

In 2016 wagte ich etliche Tresterbrände. Nachdem ich von dem aroma-schwachen 2015er Jahrgang eher enttäuscht war, hegte ich bei 2016 wieder die Hoffnung, dass uns das Jahr tolle Aromen beschert. Die Hoffnung erfüllte sich. 2016 brachte sehr duftige Weißweine hervor und zeigt auch bei den zugehörigen Tresterbränden intensive und vielschichtige Noten.

Den Muskateller Tresterbrand gibt es - nun wieder frisch abgefüllt -  in der 0,5 Literflasche für 15 Euro.

 

 

Haben wir uns die Welt "so klein" vorgestellt? Wein IST Welt. Ich glaube an diesese Credo. Allerdings glaube ich, dass beide groß sind - Wein und Welt. Die "Größe" der Welt liegt meiner Vermutung zufolge aber nicht gleichbedeutend in einer "großen" Lautstärke oder in einer großen Intensität. "Größe" kann sich auch anders manifestieren, beim Wein z.B. auch in einer Zartheit und Andeutung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weinprobe im Weinlager "Je Spätburgunder der Abend"

Am Freitag xx.xx. 2020 von 18-20h: 10 Weine in zwei Stunden
bei Josef J. Simon - Wein, Freiburg-Tiengen, Vogteistr. 15


Josef J. Simon lädt ein zu einer Weinprobe mit 10 Rotweinen, 2 Gläsern und max 12 Personen. In unserem Weinlager loten wir die Breite und Tiefe des Spätburgunders mit Abstand und Anstand aus. Wir werden zarte Früchtchen entdecken, betörenden Wuchtbrummen begegnen und in komplexe Welten eintauchen.  Der Eintritt beträgt 10 Euro. Anmeldung ist notwenig unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 07664-5771.

 Wegen Corona haben wir dieses Event verschoben und holen es später einmal nach - oder öfter ;-)

 

 

 

 

 

 

The Winner is.....

Viele Dank für die Teilnahme an unserem Venus-Amor Text-Contest.

 

Venus: Undress me with words ------- Cupid: There's a spider in your veil.

 

Die glücklichen Gewinner sind: Richard Blume aus Hamburg, Hr. Tschopp aus Bremen, Ursula Haas aus Köln, Martin Schärli von der Weinfachhandlung Daiber in Freiburg, Familie Frommer aus Tiengen, Hr. Armbruster aus Opfingen, Herr Frey aus Emmedingen.

 

 

 

 

Wein-Info (Auszüge) vom September 2019

Liebe Weinliebhaber,

Danke für die vielen positiven Rückmeldungen. Die Anregung, die Wein-Infos etwas knapper zu halten, versuche ich heut mal aufzugreifen. Ausführliche Erläuterungen könnt Ihr dann auf der Homepage nachlesen. Unter www.josef-simon-wein.de pack es pragmatischerweise vorerst mal unter den Punkt Veranstaltungen.

(1) aktuelles: Gold/Punkt/Neu/Geduld

  • Beim internationalen Pinot-Wettberb hat unser Pinot Noir 2016 -  Limited Edition - gestern die Auszeichnung "GOLD" erhalten.
    Zum Glück gibt's den Zwillingsbruder Pinot Noir 2016  bei uns - die Limited Edition ist nämlich schon ausverkauft und exclusiv erhätlich in der Schweiz bei http://invinoveritas.ch/

Links: https://www.mondial-des-pinots.com/de/#palmares Aus Deutschland haben es nur 6 Erzeuger zu Gold gebracht - 3 davon aus Baden....

  

  • Pinot Zero: Unseren weißen Spätburgunder Sekt bieten wir erstmals als Brut Nature Variante an: mit Null Süße, dafür mit enormem Trinkfluss
    Pinot Zero ist der knochen-trockene Nachfolger vom Pinot Brut. Mit diesem Sekt haben wir neulich 90 Punkte bei Meinigers SektAward bekommen.
  • Muskateller Beerenauslese: bin überrascht, wie aromatisch unser erste "richtiger" Süßwein geworden ist: Aromen von Holunderblüte, Mirabelle und Birnenkompott
  • Destillate: derzeit ausverkauft. Nach dem Herbst richte ich wieder: Muskateller und Sauvignon, Williams, Apfel und "Sekt" Brände. Hier braucht Ihr also noch etwas Geduld.

 [die Punkte 2-4 sind überspringen wir hier aus Platzgründen]

 

(6) Warum ich nicht  "bio" mache

Kurz-Version: Der Bio-Anbau kann gute Lösungen liefern - ist aber kein Allheilmittel. Für mich ist der derzeitige Bio-Weinbau unter dem Aspekt langristiger Nachhaltigkeit nicht vertretbar.

Long Version:

Der Bio-Weinbau hat viele gute Sachen entwickelt, die ich in meinem Betrieb adaptiere: Verzicht auf Herbizide (also keine Unkrautbekämpfungsmittel), Einsaaten zur Artenvielfalt (Wolff-Mischung), innovative Pflanzenschutzmittel (Backpulver und phosphorische Säure). Hier die Begründung, warum ich nicht (auf) bio mache:

Die Hauptfeinde im Weinbau sind Pilze: Peronospora und Oidium. Die brachte Columbus mitsamt der Reblaus aus Amerika nach Europa mit. Die europäische Reben hat in ihrer Evolution diese Pilze nie kennen gelernt und auch keine Resistenzen dagegen entwickelt. Wenn man die Europäer-Rebe den (ehemals) invasiven Schädlingen schutzlos überlässt, dann zerstören sie nicht nur die Trauben und Blätter, sondern die Rebe als ganze Pflanze. So wie die Reblaus, die den Europäischen Weinbau einst zum Erliegen brachte.

Jeder, der Ertrags-Weinbau mit den klassischen, etablieren Sorten betreibt, muss seine Reben gegen diese Pilze schützen. Der Überbegriff für Pflanzenschutzmittel heißt Pestizide. Pflanzenschutzmittel gegen Pilze nennt man Fungizide. Die braucht auch der Öko-Weinbau - und das Hauptmittel gegen Pilze ist dort: Kupfer. Im Bio-Weinbau versucht man, die Aufwandmenge so gering wie möglich zu halten und durch neue Formulierungen die Wirksamkeit zu erhöhen. Das ändert aber wenig an der Grundproblematik: Im Bio-Weinbau ist Kupfer im Öko-Weinbau (derzeit noch) unverzichtbar - denn "chemische" Fungizide verboten.

Pro Hektar und Jahr sind im Weinbau - egal ob bio, konventionell oder intergriert - 3 kg Rein-Kupfer erlaubt. Betreibt man 200 Jahre Weinbau mit 3 kg Kupfer pro Jahr kommt man also auf 600 kg Rein-Kuper pro Hektar. Regenwürmer und Boden-Bakterien sagen dann leise Servus, Tschüss, Adieu - das war's mit Weinbau. Ich setze kein Kupfer ein. Denn nicht nur in 200, sondern auch in 2.000 Jahren soll auf "unseren" Flächen noch Weinbau möglich sein. Zur Pilzbekämöpfung sind mir organische Fungizide lieber: Deren gezielte Wirksubstanzen "zerbröseln" nach einiger Zeit und werden wirkungslos. Das ist mir ganz recht so. Kupfer zerbröselt nicht.

Am Beispiel der phosphorischen Säure (Pestizid gegen Peronospora) lässt sich zeigen, wie hirnrissig die Bio-Logik manchmal ist: Solang die phosphorische Säure als reines Pflanzenstärkungsmittel galt, durfte sie im Bio-Weinbau eingesetzt werden - ein Wirkungsnachweis war hierfür nicht nötig. Nachdem jedoch amtlich festgestellt wurde, dass die phosphorische Säure tatsächlich gegen den Schädling Peronospora wirkt und eine Zulassung für den konventionallen Weinbau bekommen hat -  ist die Zulassung für den Bio-Weinbau futsch und das Mittel auf einmal "pfui".

Für viele Verbraucher ist "bio" ein unhinterfragtes Qualitätssigel, das immer "gut" ist. Ich fürchte, einem Großteil der deutschen Verbraucher wäre es am liebsten

  • alle Lebensmittel sollen bio sein
  • die Preise sollen für die Lebensmittel unverändert niedrig bleiben
  • wo die Lebesnmittel herkommen, ist egal.
  • die Nahrungsmittel Produktion verlagert sich ins Ausland
  • die deutschen Bauern werden durch Landschaftspfleger ersetzt

Meine Befürchtung ist:  für Nahrungsmittel wird es so kommen. Obwohl das Volksbegehrten Artenvielfalt "Rettet die Bienen" etwas ganz anderes möchte, steuern die Auswirkungen genauf auf diese Kosequenzen zu.

Ich kämpfe darum, dass dieses Szenario beim Wein so nicht passiert. Mein Produktions-Ansatz ist: pragmatische Nachhaltigkeit jenseits von Label-Grenzen.

Zum Abschluss noch ein Foto mit einem Nest aus unseren Reben.

 

 

 

 
 
 
OB Wahl in Freiburg 2018 - Gewinner stehen schon fest.

Am 22. April 2018 findet die Wahl des Oberbürgermeisters statt. Wie am Ostersamstag aus zuverlässiger Quelle* zu erfahren war, steht - drei Wochen vor dem Bürgervotum - bereits fest, wer die Wahl gewinnt:

Alle Wahlberechtigten, die beim Wahllokal Simon den "richtigen" Kandidaten auf ihrem Smartphone vorzeigen, erhalten eine Flasche Wein gratis. Wer zwei Motive vorzeigt, erhält sogar zwei Flaschen als Wahlgeschenk.

Josef J. Simon, der hinter dieser Wahlkampf Aktion steht, ist überzeugt mit Leichtigkeit 11,5 Prozent zu erreichen und viele Jung- und Erstwähler zu mobilisieren. Spätestens nach der zweiten Flasche stellten auch skeptische Stamm- und Wechselwähler fest, dass Josef J. Simon *eine zuverlässige Quelle für Weine ist, die einfach doppelt Spaß machen.

Wer wählt, gewinnt: selbstverständlich Simøn!

Weinwahllokal Josef J. Simon, Vogteistr. 15, Freiburg-Tiengen.
Geöffnet (fast) immer samstags 11-12 Uhr oder auf gut Glück - anrufen hilft: 07664 -6116480
Weitere Details bei www.josef-simon-wein.de
 
 Am Samstag 5. Mai 2018 findet die Frühjahrs-Hofverkostung bei Josef J. Simon statt. Von 15-19h wird der Wahlsieg gefeiert.

 

 

 

 

Nachtrag (nach der Wahl): 

Wer sagt´s denn?

 

 

 

 

Trari-trara der Herbst ist da! (21.09.2017)

Kurz-Version: es gibt 2017 weniger Wein, dafür guten!

Das Foto zeigt am Spätburgunder: hier gibt es manchmal nur 4-5 Trauben pro Stock (12-15 Trauben wären normal). 

 

[Lange Version]: Schneller als gedacht - und wir denken schon schnell - ist 2017 der Herbst gekommen. Genaugenommen: die Weinernte. Bereits 95 Tage nach der Blüte, die am 1. Juno startete, holten wir am 4. September unsere Rivaner Trauben auf dem Kammertal.

Damit wir optimale Reifegrade selektieren können, setzen wir diese Jahr zu 100% auf Handlese. Bei der Alkokohl-Gradation erreichen wir eine schönes Spektrum: die jungen, frischen Weine werden leichte 11,5 Prozentchen haben (Cuvée und Rivaner), Sauvignon Blanc und Rosé dürften sich bei 12,5% einpendeln. Die Burgunder (Weiss und Grau) werden kraftvolle 13-13,5 Prozentpunkte erreichen. Unser "Größenvorteil": mit 4 Hektar sind wir so klein, dass wir die einzelnen Sorten immer genau zum richtigen Reifezeitpunkt ernten können. Das hilft uns auch bei den Bukett-Sorten (Muskateller und Sauvignon Blanc) die Trauben bei optimalen Aroma zu ernten.

Als äußerst positiv erwies sich unser Trauben-Design. Im Juli/August sezten wir die Schere ein und schnitten aus etlichen Burgunder-Trauben jeweils ein Drittel der Beeren heraus. Das half sehr gut, die kompakte Traubenstruktur aufzulockern, so dass die Trauben sich nicht abdrückten und länger gesund bleiben können.

 

Vom Dritteln der Trauben profitierten gerade die Sorten, die zu Kompaktheit neigen: Spätburgunder, Grauburgunder, Weissburgunder und Muskateller. Das folgende Bild zeigt zwei Muskateller Pracht-Expemplare, denen das Trauben-Design gut getan hat. Man sieht: die Trauben sind zwar gut gefüllt, quetschen sich aber nicht ab. Die wenigen faulen Beeren haben eine andere Ursache: Ameisen!

Und die waren 2017 für mich ganz besonders ärgerlich. Die kleinen tierischen Freunde finden die Trauben nämlich auch ganz toll, bohren kleine Löchlein in die Beeren und bedienen sich am zuckerreichen Inhalt. Leider führt diese Fraßtätigkeit zur Fäulnis von einzelnen Beeren. Bei der Wein-Ernte selektieren wir die faulen Beeren (mit ausgefeilter Schnitt-Technik) dann wieder mühsam heraus.

 

Unsere Herbster kommen aus der ganzen Welt. Für die Arbeit an abschüssigen Böschungen haben sich Schweizer bewährt (Berg Erfahrung).

  

In den Weiten der langen Reihen fühlen sich Brasilianer im Element (Pampa Erfahrung).

 

 

Und wo es gilt, penibel und genau zu arbeiten, kommen kecke Schwäbinnnen zum Einsatz.

Für die Vermittlung zwischen den Kulturen, für diffizile Übersetzungsarbeiten und vinophile Leertärigkeiten konnten wir einen erfahrenen Franko-Engländer gewinnen.

Nach getaner Arbeit gibt es für die Herbster immer was zu Essen - und jeweils von dem Wein, der gerade geerntet wurde. Hier ein Foto vom Rosé-Lesetag mit Kürbissuppe und internationalen Helfern. 

 

 

Zum Abschluss noch ein Foto von den sauber selektierten, bildschönen Muskateller Trauben.

 

Fazit: 2017 gibt es weniger - und wir machen das beste draus: tollen Wein, der richtig Spass macht!

 

 

 

 

 

Zusätzliche Informationen